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Der Traum von Amerika

(02.03.17) Am vergangenen Dienstag erschien in der Mitteldeutschen Zeitung ein überregionaler Artikel über unsere geplante Teilnahme an der WM in Palm Springs. In mehr als 1000 Wörtern wird anschaulich geschildert, wie das „Projekt Amerika“ seinen Lauf nahm und welche Herausforderungen damit verbunden sind. Wir danken dem MZ-Team für den sehr schönen Artikel, den wir euch an dieser Stelle natürlich auch nicht vorenthalten wollen:

Die Spielleute aus Hettstedt träumen von Amerika

Hettstedt - Laute Trommel- und Paukenschläge dringen durch die dicken Mauern des Schulgebäudes am Hettstedter Markt. Passanten, die an diesem Samstagvormittag an der Grundschule vorbeigehen, folgen den Tönen mit Blicken durch die Fenster in den Klassenraum. Dort üben 35 Musiker vom Hettstedter Spielmannszug „Blau-Weiß“. Sie trainieren für die Landesmeisterschaft. Mit Flöten, Lyra, Becken, Pauke, Hörnern und Trommeln. Unüberhörbar.

Für eine weitaus größere öffentliche Aufmerksamkeit sorgt der Verein aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz derzeit mit noch einer anderen Sache. Die Spielleute wollen in diesem Jahr mit einer 40-köpfigen Mannschaft zur Weltmeisterschaft in die USA. Von den Halden im Mansfelder Land unter die Palmen Kaliforniens. Sie haben sich bei der Europameisterschaft qualifiziert und wollen dieses Ticket auch einlösen. Ein Traum soll wahr werden. Doch der kostet geschätzt insgesamt rund 100.000 Euro.

An einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, das gelang noch keiner Mannschaft des 1919 gegründeten Vereins aus der Kupferstadt. Für die Mitglieder, jeden Einzelnen des Ensembles, wäre es ein absolutes Highlight. „Als Spielmann ist die WM das Größte. Mehr geht nicht“, sagt Mathias Kaczmarek (39), „und noch dazu findet sie in diesem Jahr im Land der Marching Bands statt.“ Also dort, wo das Marschieren nach den Klängen eines Orchesters seinen Ursprung hat.

40 Spielleute aus Hettstedt rechnen mit Gesamtkosten von 100.000 Euro

Seit seinem siebten Lebensjahr ist Kaczmarek mit dem Virus Spielmannszug infiziert. „Als kleiner Trommler habe ich bei Blau-Weiß angefangen.“ Mittlerweile ist er Tambourmajor, marschiert mit einem Stab in der Hand vornweg bei Auftritten und Wettkämpfen. Überdies führt er die Geschäfte des Vereins. Bei den Mitgliedern gebe es derzeit nur noch ein Thema. „Die WM ist zu hundert Prozent in den Köpfen, auch wenn sie noch weit weg ist.“

Zeitlich weit weg, denn sie findet erst im Spätherbst in Palm Springs statt. Aber auch finanziell weit weg. Denn erst etwas mehr als ein Viertel der geschätzten Gesamtkosten von 100.000 Euro für das Vorhaben hat der Verein zusammen. Zumindest ist es so viel, dass die Flüge schon gebucht werden konnten. Die für 40 Spielleute, von Frankfurt am Main nach Los Angeles und zurück. Mit all den Instrumenten. Und die gehen nicht als Handgepäck durch.

Hettstedter Spielleute wollen zur WM: Allein der Transport einer Pauke kostet 700 Euro

„Der Transport einer Pauke kostet 700 Euro“, sagt Kaczmarek. Sechs Trommeln, fünf Lyren, Becken und TimToms müssen auch noch mit. „Da sind wir mit 4.000 bis 5.000 Euro dabei.“ Für eine Woche Aufenthalt - das Event findet vom 28. November bis 3. Dezember statt - , benötigen die 40 Spielleute dann noch Hotelzimmer, Verpflegung und einen Bus vor Ort. „Ohne den wird es nicht gehen“, meint der Geschäftsführer. Denn neben Wettkämpfen in einem Stadion soll es nach seinen Informationen auch Showauftritte in der Stadt und darüber hinaus geben. „Wir haben alles in der Finanzplanung drin und werden das Geld zusammenbekommen“, ist er überzeugt.

Im Herbst vergangenen Jahres war die Vereinsführung ob des finanziellen Kraftaktes noch nicht so optimistisch, schrieb die WM-Teilnahme sogar ganz ab. Zwar hatte sich die Mannschaft bei ihrer ersten EM-Teilnahme im Juli in Rastede (Niedersachsen) auf Anhieb für die WM qualifiziert, aber allein als Verein 80.000 Euro für die Teilnahme in den USA aufzubringen - so eine erste Kostenschätzung -, schien aussichtslos. Eine finanzielle Herausforderung, besonders für Kinder und Jugendliche im Team, „die teilweise aus sozial schwachen Familien kommen“, erklärt der Geschäftsführer.

Privatpersonen und Unternehmen spenden für die Hettstedter Spielleute

Viele Sympathisanten und Unterstützer des Spielmannszuges hielten das Abschreiben der WM für falsch. „Wann hat man schon mal die Chance, daran teilzunehmen“ oder „Das darf man sich nicht entgehen lassen“ waren Reaktionen, die massenhaft auf den Vorstand eingeprasselten. Gleichzeitig wurde finanzielle Unterstützung zugesagt. Auf die Vereinsführung wuchs also der Druck, die Entscheidung zu revidieren. Sie ließ die Mitglieder abstimmen. „Wir wollen zur WM“, war daraufhin der Tenor einer Mehrheit.

Was dann passierte, hatte niemand des Vereins für möglich gehalten. Auf einem eingerichteten Spendenkonto geht vom ersten Tag an Geld ein, von Privatpersonen und Unternehmen. Die Stadtverwaltung sowie Firmen aus Hettstedt und Umgebung haben ihre Unterstützungsangebote wahr gemacht. Beim Neujahrempfang des Landkreises wurde Geld gesammelt. Und eine Frau aus der Nachbargemeinde Arnstein, die mit den Spielleuten eigentlich gar nichts zu tun hat, der aber das Vorhaben imponiert, schreibt „Bettelbriefe“ an Firmen und Ministerien in ganz Deutschland, selbst an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Eine ganze Region steht hinter dem Verein und dem WM-Traum der Musiker. „Wir hätten nie gedacht, dass so viele ihre Hilfe anbieten, gerade hier in einer so gebeutelten Region“, meint Kaczmarek. Und wenn all die Unterstützung am Ende doch nicht reicht? „Dann sehen wir alt aus“, fügt er hinzu, „das wird aber hoffentlich nicht passieren.“

Spielmannszug aus Hettstedt ist mittendrin in den Planungen für die WM in den USA

Der Spielmannszug ist mittendrin in den Planungen für das Event in den USA. „Wir sind angemeldet, haben die Einladungen bekommen“, so der Geschäftsführer. Und für den Wettkampf hat das WM-Team schon mehrere Male trainiert. „Das Marschprogramm mit den Songs steht“, sagt der Vereinsvorsitzende Klaus-Dieter Graul. Bei den Titeln sei teilweise auf Altbewährtes zurückgegriffen worden. Denn anders als etwa bei der Landesmeisterschaft, bei der viel Wert auf Musikalität gelegt wird, steht bei der WM der Marsch im Mittelpunkt. „Es gibt da keine Kampfrichter, die auf die Noten gucken“, erklärt Kaczmarek. Bewertet von einer Jury aus internationalen Musikprofis werde der Gesamteindruck. Für die Choreografie wird dem Team ein Parcours vorgegeben.

Noch bei einigen Trainingseinheiten werden die Spielleute in den nächsten Wochen in Turnhallen des Mansfelder Landes oder Klassenräumen der Hettstedter Grundschule anzutreffen sein. „Denn wir haben ein Super-Jahr“, meint Vereinschef Graul. Musik und Märsche für insgesamt drei Großwettkämpfe müssen einstudiert werden. Im Juli will der Verein zunächst an der EM in Rastede teilnehmen. „Das ist eine schöne Vorbereitung, um für die WM fit zu sein“, sagt Kaczmarek. Die Bewertungskriterien seien dort ähnlich. Anfang September wollen die Hettstedter aber auch die Landesmeisterschaft in Elbingerode nicht verpassen. „Die ist für uns Tradition, die wollen wir beibehalten, trotz des Stresses“, so der Tambourmajor und fügt an: „Und dann kommt die WM.“ Das Highlight des Jahres für den Hettstedter Spielmannszug, das jetzt noch ein Traum ist, aber im Spätherbst Realität werden soll.

(MZ-Artikel vom 28.02.2017, geschrieben von Anke Losack)

 

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